TERRORWARNUNG

KunstRaum Weißenohe e.V.

Klosterstraße 20,  91367 Weißenohe

 

Damit verbunden ist der sukzessive Abbau demokratischer Rechte und die Veränderung der politischen Kultur insgesamt.

Kunst als medialer Faktor

KunstRaum Weißenohe will dieses Klima der Angst und die Ursachen untersuchen, die dahinter stehen. Wir wollen uns mit den Bildern beschäftigen, die in diesen Zusammenhängen von staatlichen Organen und den Medien propagandistisch erzeugt werden und wir wollen wissen, welchen Zwecken diese dienen.

Wir erwarten von KünstlerInnen nicht die isolierte Auseinandersetzung mit Form und Farbe, sondern die Einnahme sinnlich erfahrbarer Positionen auf der Grundlage von Beobachtung und Vergleich gesellschaftlicher Prozesse.

Kritische Kunst in Weißenohe

KunstRaum Weißenohe greift zehn Jahre nach dem 11. September 2001 ein Tabuthema auf und untersucht mit den Mitteln der bildenden Kunst das Bild des Terrorismus und das Umfeld, in dem dieses Bild erzeugt wird. Möglicherweise ist der „Terrorist“ vor allem eine nützliche Konstruktion? Tatsächlich gerät jede Bewegung, die gegen die Durchsetzung ökonomischer und machtpolitischer Interessen agiert, früher oder später unter einschlägigen Verdacht.

Die immer wieder kehrende „verschärfte Bedrohungslage“ hat System. Misstrauen verlangt nach Kontrolle und diese lässt sich leichter rechtfertigen, wenn zuvor ein Klima der Angst erzeugt wird. 

Durch ihre Arbeit greifen Kunstschaffende in die gesellschaftliche Wirklichkeit ein, indem sie Zusammenhänge aufzeigen und deren kulturelle Bedeutung sichtbar machen. Konflikte sind ein Teil jeder Gesellschaft. Wenn sie heute unlösbar erscheinen, dann liegt das möglicherweise auch daran, dass kein Rahmen existiert, in dem diese Konflikte beigelegt werden könnten. Aus dieser Aspektierung ergibt sich die Notwendigkeit, relevante gesellschaftliche Themen zu enttabuisieren und in kulturelle Projekte einfließen zu lassen. Mit dem zunehmenden politischen Engagement von Bürgern außerhalb staatstragender Institutionen wächst auch der Wunsch nach Reflektion ihrer Wirklichkeit. Dieser Ausdruck ist unausbleiblich und schafft sich stets den notwendigen Raum in der Öffentlichkeit.


Lutz Krutein, Fürth, 23. August 2011

PresseberichteTERRORWARNUNG_2_files/NN_ART.pdf
 Vernissage, FotosTERVer_Fotos.html
Kunstwerke, FotosTER_Werk_Fotos.html

Georg Baier (Zeichner, Grafiker), Aurachtal,

Bei Gefahr die Augen schließen und ruhig verhalten

100 Grafiken auf Papier, ca. 10,5 cm x 15 cm, 2011

Laurentiu Feller (Objektkünstler), Nürnberg

NACH(T)SICHTGERÄT

Ready-Made; Nachtsichtgerät, Metallgehäuse, Benutzerhandbuch; 2011

Im Jahr 2011 lieferte die deutsche Bundeswehr ca. 200 Panzerfahrzeuge vom Typ ... für einen effizienteren und zielsichereren Einsatz zur Terrorbekämpfung nach Saudi-Arabien. Die Panzer sind mit einem „Infrarot-Nachtssichtgerät“ bestückt, das damit auch den Einsatz der Fahrzeuge in der Nacht erlaubt ...

(Un)Glücklicherweise ist beim Transport eines dieser Nachtsicht-geräte „vom Lastwagen gefallen“ und erlaubt mir, dieses euch hier zu zeigen. Schlecht ist nur, dass jetzt die „Gegenseite“ dies auch erfahren hat und nun versucht, das Gerät  für sich in Anspruch zu nehmen…

Eine TERRORWARNUNG ist also herauszugeben und wir bitten daher alle Besucher um erhöhte Aufmerksamkeit und ein wenig ... Nachsicht

Anton Hantschel (Zeichner, Grafiker), Nürnberg

Neues aus Abseitingen

8 Tuschzeichnungen, aquarelliert

Terror ist längst keine abstrakte Bedrohung mehr. Er wird nicht  durch maskierte Spießgesellen von außerhalb  zu uns gebracht, sondern er ist mitten unter uns und trachtet in harmlos erscheinendem Aufzug danach, uns die Laune zu verderben.

Er manipuliert unsere Gedanken und Vorstellungen mühelos, suggeriert uns Ängste und Wünsche, die wir so noch nie gebraucht haben.

Er geißelt uns mit Kommunikations-Spielarten, die uns sprachlos machen. Er entwickelt sich zum Sog, der uns mehr und mehr vom Glück, mit uns zu sein, fortreißt...

Franz Janetzko (Bildhauer), Fürth

Weh dem, der Symbole sieht

Beton; 30 cm x 30 cm x 160 cm; 2002

Piotr Korzeniowski (Fotograf und Maler), Krakau,

Outside Influence A/B/C

Drei s/w-Fotografien, je 150 cm x 100 cm

Die Idee der Arbeit beruht auf den äußeren Einflüssen, die auf den Menschen wirken. Wenn uns etwas unerwartet überrascht, dann nimmt das oft eine Form an, die als “Bewusstseinsterror” erfahren wird. Dieser kann Deine Vorstellung, Deine Gefühle, Deine Identität oder Dein Gewissen treffen. Manchmal sind es unspektakuläre und kaum wahrnehmbare Auslöser, die eine große Wirkung auf das Individuum ausüben. Meine Arbeit beschäftigt sich mit diesen feinen Kräften, die solche plötzlichen inneren Veränderungen bewirken.

Lutz Krutein (Objektkünstler, Fotograf), Fürth ,

Talking Bubbles

34 Acrylscheiben, teilverspiegelt; 2011

17 Protagonisten aus Finanzwelt und Politik,

repräsentiert durch jeweils zwei oder

mehr Gesichter.

Edgar Kucharzewski (Objektkünstler), Nürnberg

Gescannt

Farbdruck auf Stoff; 1983/2011

Kritische Bürger sollen einer Dauerbeobachtung via Computer unterzogen werden. Wenn sie ihre verbrieften Rechte als Demonstranten wahrnehmen, werden sie dokumentiert, fotografiert, oder „erkennungsdienstlich“  behandelt.  In der „Rasterfahndung“ und anderen Terroristenspielchen der Behörden wird die Bevölkerung unter Generalverdacht gestellt und es werden Unmengen an persönlichen Daten gesammelt. Der Überwachungs-Apparat wird aufgebauscht, die demokratischen Rechte Schritt für Schritt abgebaut und wir werden „gescannt“. Vielleicht sollte sich dieser Staat eine andere Bevölkerung suchen – wenn wir angeblich so gefährlich sind?

Eva Mandok (Bildhauerin), Feucht,

Es werde Licht,

Rauminstallation (Eisenguss, Porzellan); 2011

Jakub Naibart (Maler), Krakau,

Terrorwarnung , Drei Fotografien auf Acryl (Triptychon) je 50 cm x 50cm, 2011

DOGS, Drei Bilder Öl auf Leinwand (Triptychon) je 40 cm x 50cm, 2011

ARMY , Öl auf Leinwand, 20 cm x 120 cm, 2011

Militärparaden sind pompöse Demonstrationen militärischer Macht. Für gewöhnlich sind sie umso größer, je umfassender der Totalitarismus des Systems ist. Mir kommen sie lächerlich vor; so kleine Männchen mit Fahnen marschieren und niemand weiß wohin – und in wessen Namen? Paraden dienen auch dazu, die eigene Bevölkerung einzuschüchtern. Eine Bedrohungslage ist da oder wird behauptet: “Wir müssen uns verteidigen, wir müssen uns bewaffnen!” Und da ist unsere Armee, zum Angriff vorbereitet.

Tilman Oehler (Objektkünstler, Keramiker),

Oberrüsselbach,

Glaubenskrieger – Glaubenskinder

Rauminstallation, 2011

Keramik, Eisen, Papier, Volksempfänger, Kabel

Fridrich Popp (Bildhauer), Nürnberg

Am Anfang war das Wort ... eine Waffe

Installation, Höhe ca. 60 cm; 2011

Bücher, gestapelt (politische Philosophen von Platon bis Marx), Schreibmaschine aus den 50er Jahren

Eine Szene aus dem Film „Viva Zapata“ bleibt mir unvergessen. Es ist die Ankunft eines Schriftstellers in den unwirtlichen Ber-gen des aufständischen mexikanischen Widerstandskämpfers Zapata zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Der Fremde erklärt den analphabetischen Kämpfern, dass die Reiseschreibmaschine, die er mit sich führt, eine Waffe sei. Und tatsächlich bewirkt diese Schreibmaschine das Wunder der öffentlichen Wahrnehmung der mexikanischen Revolutionäre, im positiven wie im negativen Sinne.

Perspektivenwechsel,Installation

Zinkwärmflaschen, Zeitungspapier, Plastikschnur; 2011

Auf den Wärmflaschen befinden sich Fragmente von all-täglichen Nachrichten über politische Ereignisse aus den üblichen Printmedien. Der/die Zuschauer/in kann durch die Installation hindurchgehen und versuchen, aus einer ande-ren Perspektive auf die Nachrichten auf den Wärmflaschen zu schauen. Doch die Artikel und Überschriften sind unvollständig, zerrissen und bruchstückhaft. Welche Nachrichtenschnipsel erreichen den/die Betrachter/in überhaupt noch?

Janusz Radtke (Maler, Zeichner), Nürnberg,


Die Angst hat große Augen

Rauminstallation; Kartons, Aufkleber, Glasaugen, 2011

Jürgen Rosner (Designer, Objektkünstler),

Flachslanden,

Die Saat geht auf Motorbetriebenes Objekt (Mechanik,Spielzeugwaffen) Höhe ca. 75 cm, 2011

Susa Schneider (Fotografin), Fürth

Wer hat Angst vorm schwarzen Mann ...

Rauminstallation, 2011

Stahlringe, s/w Portraits auf Polstertaschen,Kinderarmbrust

Wenn man als Außenstehender eine Menschenmenge

betrachtet, erscheint jede Person darin in der Täter- oder Opferrolle vorstellbar.Hier entscheidet der Betrachter, ob er zum Täter wird und wen er zum Opfer wählt.

Peter Weinstein (Maler, Fotograf), Nürnberg,

Terrorzellen I, II, III, IV

Michael Willsch (Grafikkünstler), Jena,

Raster

Rauminstallation, 2011

Jeder ist verdächtig

Fensterblick

Fotomontage, Digitaldruck, 84 cm x 119 cm, 2002

Das Unfassbare fassbarer zu machen durch einen

persönlichen Bezug.

Meinen Schreibtisch in den Ort und den Moment

des Geschehens des 11. September 2001 gerückt


Heike Wurthmann Nürnberg


Wolkenwarte

Videoinstallation, Fernglas, Kopfhörer; 2011

Ausstellungsubersicht.html
TERRORWARNUNG.html